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Brunhilde Sengen tritt aus der Fraktion und der SPD aus

Grund ist Verlust des Fraktionsvorsitzes nach der Wahl. Entscheidung Bürgermeister Thomas Grosche gestern mitgeteilt

Von Ralf Hermann

Medebach. Der Stachel der Enttäuschung über den Verlust des Fraktionsvorsitzes der SPD im Medebacher Rat mitsamt der Begleitumstände sitzt einfach zu tief, jetzt zieht Brunhilde Sengen die Konsequenzen. Die langjährige Vorsitzende des Medebacher SPD-Ortsvereins hat Bürgermeister Thomas Grosche gestern Nachmittag schriftlich mitgeteilt, dass sie ab sofort nicht mehr der SPD-Fraktion angehören werde.

Brief an die Mitglieder

Der Grund für diesen Schritt ist klar: Kurz nach der Kommunalwahl, bei der Brunhilde Sengen ein sehr gutes Ergebnis eingefahren hatte, votierten die Mitglieder bei der Mitgliederversammlung in einer Kampfabstimmung um den Fraktions-Vorsitz für den bisherigen Stellvertreter Rudolf Kaiser, der knapp mit einer Stimme mehr die Oberhand behielt.

Für Sengen, die damals mit einer Gegenkandidatur nicht gerechnet hatte, eine Katastrophe und vor allem eine persönliche Enttäuschung, die sie bis heute auch nach eigenen Aussagen noch nicht verarbeitet hat. Zuletzt hatte sie auch gegenüber der Westfalenpost bereits angezweifelt, ob aufgrund des zerrütteten Vertrauensverhältnisses überhaupt eine konstruktive Fraktionsarbeit noch möglich sei. Zudem hatte sie deutlich gemacht, dass sie schon in der Vergangenheit mit der Art und Weise sowie mit einigen Sichtweisen ihres Nachfolgers auf dem Chefsessel der Fraktion alles andere als einverstanden sei. Kaiser wiederum hatte die Folgen seiner Kandidatur, die er „aus dem Bauch heraus getroffen“ habe, und seiner Wahl weniger dramatisch gesehen. Er war sich sicher, dass er nach der Verbreitung der Fraktionswahl auch künftig eine geschlossene Fraktion führen könne.

Diese Einschätzung erweist sich spätestens seit gestern Nachmittag als falsch. „Ich habe heute um 14.30 Uhr einen Termin bei Bürgermeister Grosche, in dem ich ihm schriftlich mitteile, dass ich ab sofort nicht mehr der SPD Fraktion angehöre“ - dies hatte Brunhilde Sengen gestern gegenüber der WP erklärt. „Ich werde meine Aufgaben im Rat der Stadt Medebach ab sofort als parteiunabhängiges Mitglied  wahrnehmen“, so Brunhilde Sengen weiter.

Gestern warf das SPD-Urgestein bereits Briefe in die Briefkästen der SPD-Mitglieder, in denen sie ihre Entscheidung mitteilte. Darüber hinaus wird Sengen auch nicht mehr Vorsitzende des Ortsvereins sein. Diesen Vorsitz legt sie nieder und tritt zudem mit sofortiger Wirkung nach 40 Jahren aus der Partei aus. „Ich habe in den letzten Wochen nach meiner Abwahl sehr viel Zeit zum Nachdenken gehabt. Diese Abwahl hat mich zutiefst in meiner Seele getroffen. Und ich kann in der Zusammenarbeit mit den anderen nicht so tun als wäre das alles völlig in Ordnung. Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit ist für mich nicht möglich - ich will es auch nicht“, so Brunhilde Sengen.

Fraktionsstatus bleibt erhalten

Die SPD-Fraktion wird nun mit den zwei Ratsmitgliedern Rudolf Kaiser und Thomas Just weiterarbeiten müssen. Den Fraktionsstatus wird die SPD behalten.

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