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SPD-Ortsverein fordert mehr Schutz und Chancen für ältere Arbeitnehmer

Veröffentlicht am 28.09.2008

Im Rahmen der Diskussion um ein neues SPD-Grundsatzprogramm fordert der SPD-Ortsverein vor dem Hintergrund der Rente mit 67 dem Leistungsvermögen älterer angepasste Arbeitsplätze sowie einen Verzicht der Anrechnung echter Vorsorgeaufwendungen für die Private Altersvorsorge bei der Beantragung von Sozialleistungen über die Riester Rente hinaus.

Nachfolgend der Wortlaut des Antrages der SPD-Medebach:

Antrag des SPD-OV Medebach zum neuen Grundsatzprogramm

Zunehmender Leistungsdruck in den Unternehmen fordert von den Arbeitnehmern immer mehr Flexibilität und Einsatz.

Viele gerade ältere Arbeitnehmer sind diesen Belastungen aber nicht mehr gewachsen. Dieses sind nicht zuletzt Auswirkungen der Globalisierung, des steigenden Wettbewerbsdrucks und der immer weiter voranschreitenden Liberalisierung der Arbeitswelt.

Andererseits sollen Arbeitnehmer zukünftig möglichst bis 67 arbeiten.

Hier ist ein grundsätzlicher Widerspruch, der sich auch daran widerspiegelt, dass viele Unternehmen überwiegend junge Menschen einstellen weil sie wissen, dass Arbeitnehmer mit 55 oder 60 Jahren ihren Leistungshorizont überschritten haben und in einer Arbeitswelt mit immer mehr Druck und Hetze Probleme bekommen.

Im Grundsatzprogramm sollte klar zum Ausdruck gebracht werden, dass ein Verbleib älterer Menschen in der Masse zwar gewünscht aber nur erreichbar ist, wenn ihnen ihrem Leistungsvermögen entsprechende Arbeitsplätze angeboten werden.

Hierzu muss eine verantwortungsvolle Politik einen Rahmen setzen.

Alterteilzeitmodelle sollten in jedem Fall unbefristet fortgeführt werden. Sie sind gerade im Teilzeitmodell ein Chance ältere Arbeitnehmer zu entlasten.

Andererseits müssen Regelungen geschaffen werden, dass echte Aufwendungen von Arbeitnehmern für die eigene Altersvorsorge über die Riester-Rente hinaus nicht mehr auf staatliche Leistungen angerechnet werden dürfen.

Arbeitnehmer die in jungen und mittleren Jahren privat fürs Alter vorsorgen um einen Berufsausstieg z.B. mit 62 Jahren zu realisieren, dürfen im Arbeitslosigkeitsfall nicht gezwungen werden, ihre Altersvorsorge aufzubrauchen bevor sie staatliche Leistungen erhalten.

Für die hohe Arbeitslosigkeit sind am wenigsten die arbeitslos werdenden Menschen verantwortlich, hier muss ein "Vorsorgender Sozialstaat" Rahmenbedingungen schaffen, die es z.B. für große Kapitalgesellschaften weniger attraktiv macht, maßloses Gewinnstreben immer stärker durch Arbeitsplatzabbau zu verfolgen.

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